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Invalidenversicherung

Leistungen aus der Invalidenversicherung

1. Invalidenrente aus der IV
Die Invalidenversicherung richtet bei Erwerbsunfähiggkeit von über 40% eine Viertel-, von über 50% eine halbe und von über 67% eine ganze Invalidenrente aus.
Für Leistungen aus der Invalidenversicherung ist nicht Voraussetzung, dass die Betroffenen Arbeitnehmer waren. So sind Leistungen der Invalidenversicherung auch an Asbestopfer auszurichten, welche nicht über den Beruf kontaminiert wurden (beispielsweise Anwohner bei Fabrikbetrieben mit Immissionen; Personen, welche in Beruf oder Hobby mit Asbest in Kontakt gekommen sind.)

Bei Zusammentreffen der Leistungen des Unfallversicherers (SUVA) mit denjenigen der IV erfolgt eine sogenannte Koordination, damit keine Ueberentschädigung der Erkrankten resultiert. Bei Zusammentreffen der IV- Rente mit der SUVA-Rente liegt die Koordinationsgrenze bei 90% des ehemaligen Verdienstes. Die Leistungen des Unfallversicherers werden entsprechend gekürzt.

Die Höhe der IV-Leistungen bestimmen sich grundsätzlich nach den bislang entrichteten AHV-Beiträgen.

Die IV entrichtet die Renten nur bedingt ins Ausland. Für die EU-Bürger gilt das bilaterale Abkommen, in Kraft seit 1.6.2002. Nach diesem hat, sofern ein Erwerbstätiger in verschiedenen EU-Ländern Beitragszeiten vollbracht hat, jede einzelne staatliche Invalidenversicherung eine Teilrente zu gewähren, nach ihrem Invaliditätsbegriff.
Für Bürger aus anderen Staaten richtet sich der Anspruch nach der Frage, ob mit diesem Land ein Staatsvertrag (Sozialversicherungsabkommen) besteht.

Beispiel:
Ein Italiener arbeitet in der Schweiz und setzt sich dabei einer Asbestexposition aus. Er reist zurück nach Italien und ist dort weiter erwerbstätig. Nach einer Latenzzeit von 15 Jahren bricht ein Pleuraesotheliom in Italien aus. Nach dem bilateralen Abkommen muss sowohl die Schweizerische als auch die Italienische Invalidenversicherung eine IV – Rente ausrichten, je aufgrund der im jeweiligen Land entrichteten Beitragszeiten.


2. Hilflosenentschädigung aus IV
Den Erkrankten steht, liegt eine sogenannte Hilflosigkeit vor und wird keine Hilflosenentschädigung der Unfallversicherung ausgerichtet, zusätzlich zur Rente eine Hilflosenentschädigung zu. Die Hilflosenentschädigung wird abgestuft ausgerichtet, für leichte, mittlere und schwere Hilflosigkeit.
Ob und in welchem Ausmass Hilflosigkeit vorliegt, wird – gleich wie in der Unfallversicherung - anhand einer Beurteilung, welche Alltagstätigkeiten für den Erkrankten noch möglich sind, festgelegt (z.B „Nahrung zubereiten“, „Ankleiden“, „Toilettengang“ etc.).